Den richtigen Filmstoff finden
Stoffauswahl
Die Stoffauswahl basiert in Deutschland in der Regel auf Exposés. Komplette Drehbücher werden von Drehbuchautorinnen bzw. Drehbuchautoren eher selten eingereicht. Solche Drehbücher stammen dann eher von Neulingen und sind in der Erstfassung meistens noch in einem Rohzustand. Eine Vielzahl der Exposés handelt von düsteren Allerweltsgeschichten und und nur selten gibt es Lichtblicke.
Das liegt in Deutschland an den eingeschränkten Ausbildungsmöglichkeiten für Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren. In den USA kann man auf jeder Hochschule einen professionellen Drehbuchkurs belegen, egal ob man etwas in diese Richtung studiert oder nicht. In Deutschland würde eine fundierte Literaturausbildung genügen, denn schließlich geht es im Kern nur darum, eine interessante Geschichte zu erzählen. Ob es sich dabei um eine wahre oder erfundene Geschichte handelt ist zweitrangig. Und das Handwerkszeug zum Schreiben von Drehbüchern läßt sich gerade im Internetzeitalter sehr schnell in Erfahrung bringen. Insbesondere dann, wenn man mit einer Drehbuchsoftware arbeitet.
Meines Erachtens läßt sich die Kunst des Drehbuchschreibens durch die Lektüre von amerikanischen Drehbüchern leicht und anschaulich erlernen. Man muss dann nur ein oder zwei deutsche Drehbücher zum Vergleich heranziehen und dann weiß man, worum es hier geht. Doch die Lücke in der Drehbuchentwicklung zwischen den USA und Deutschland scheint sich zu schließen. Immer öfter bekommt man nun deutsche Drehbücher für TV-Movies zur Lektüre, welche nach den klassischen Prinzipien der Hollywood-Dramaturgie geschrieben wurden.
Neben der literarischen Bewertung von Exposés oder Drehbüchern geht es aber auch um die marketingmäßige Ausrichtung der Stoffe. Man sucht außergewöhnlich interessante Stories oder zumindest sehr witzige Komödien, wenn wir im deutschen Markt bleiben.
