Besetzung der Rollen
Rollenbesetzung
Ein kurzes Zapping durch alle deutschen TV-Sender führt zu folgender Erkenntnis: Überall sieht man die gleichen Schauspielerinnen bzw. Schauspieler. Manche kennt man noch aus seiner Kindheit und ist mit Ihnen gealtert. Manche dürfen nicht in den verdienten Ruhestand, sondern schauspielern bis sie tot umfallen. Der Grund ist in unserem verkrusteten TV-Markt zu suchen. Auch 26 Jahre nach der Einführung des Privatfernsehens bestimmen die öffentlich-rechtlichen TV-Sender den Mainstream im Fernsehen. Sie ernennen die TV-Stars und die privaten TV-Sender richten sich danach aus. Unter TV-Marketingaspekten ist dies nicht gerade zur Schärfung eines Senderprofils geeignet.
Doch richtig nachteilig wirkt es sich im deutschen Kino aus: Wer soll bitte schön für einen angeblichen Kinospielfilm (mit dem Look eines TV-Movies) und den aus dem Fernsehen sattsam bekannten Gesichtern auch noch für eine Kinokarte bezahlen? Das funktioniert so richtig nur dann, wenn sich der Kinospielfilm sehr deutlich von einem TV-Movie unterscheidet und die Schauspielerinnen bzw. Schauspieler zu außergewöhnlichen Leistungen auflaufen. Dann klappt dies mit den üblichen "Verdächtigen" auch im Kino. Ein sehr schönes Beispiel hierfür (wenn auch etwas veraltet) ist "Schtonk" von Helmut Dietl. Da wurde einiges richtig gemacht!
Ansonsten ist die Besetzung eines deutschen Kinospielfilms eine gute Möglichkeit zur Einsparung beim Produktionsbudget. Sogenannte TV-Stars bringen weder in Hollyood noch gar in Deutschland einen zusätzlichen Cent. Man kann hier ruhig gute aber unbekannte Darstellerinnen und Darsteller in den Hauptrollen einsetzen. Das tut dem Kinoerfolg keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Für die Zuschauer ist es erfrischend und dem Produzenten erspart es Geld, welches er an anderer Stelle beim Film einsetzen kann.
